Wenn Kultur auf dem Stundenplan steht, kommen auch stille Kinder plötzlich aus sich heraus
Benrath. Nicht nur Mathe im Klassenzimmer, sondern auch Breakdance im Tanzhaus gibt es für 154 Schüler der Grundschule an der Südallee in dem nächsten zwei Jahren. Auf dem Stundenplan stehen außerdem kostenlose Ausflüge ins Schauspielhaus, ins museum-kunst-palast oder zum Schloss Benrath.
Am Ende bekommen alle Schüler der dritten und vierten Klasse den „Kulturführerschein für Kids“ mit ihrem Foto und dem Schulstempel. Als Pilotprojekt 2005 gestartet, geht die Aktion jetzt in ie dritte Runde. Die Idee dazu hatte Inge Schmerbeck, die als Ehrenamtliche ein Programm für die Kinder aufstellt. Derzeit arbeitet sie dafür mit 13 Kulturhäusern zusammen.
Mindestens einen Kulturtermin haben die Schüler im Monat. Der wird im Unterricht vor- und nachbereitet. Als etwa ein Besuch von „nenn mich einfach Axel“ im Jungen Schauspielhaus anstand, kam vorher eine Theaterpädagogin in die Schule. Die erarbeitete mit den Kindern kleine Szenen zu Integration, Freundschaft und Scheidung, den Themen des Stückes.
Mehr Chancengleichheit
Lehrerin Monika Kremer ist besonders begeistert, über mehr Chancengleichheit, die durch das kostenlose Angebot für Schüler aus sozial schwächeren Familien entsteht. Eintritte und Führungen zahlen das Kulturamt der Stadt, private Sponsoren und im neuen Schuljahr auch die Bürgerstiftung Düsseldorf. Pro Schüler kommen dabei 50 bis 90 Euro im Jahr zusammen.
Kremer hat in den vergangenen Jahren beobachtet, das bei Tanz und Theater auch „Schüler, die in Deutsch oder Mathe sehr still sind, plötzlich aus sich heraus gehen“. Sie bekommen so einen neuen Zugang zu ihren Schützlingen. In diesem Schuljahr wird sie ihrer dritten Klasse Geometrie anhand der Architektur von Schloss Benrath erklären. Und am Ende haben ihre Schüler nicht nur einen Führerschein in Kultur, sondern auch noch nebenbei Mathe gelernt.