Hilfe für Krebskranke: erste Beratungsstelle

Die Bürgerstiftung Düsseldorf und die Krebsgesellschaft NRW schlie­ßen gemeinsam eine Lücke:

Sie er­öffnen am 1. April gemeinsam die erste Beratungsstelle, in der Krebs­erkrankte und deren Angehörige Rat und Unterstützung finden. Rund 20 solcher Beratungsstellen gibt es in Nordrhein-Westfalen je­doch bislang keine in der Landes­hauptstadt. Die Bürgerstiftung wurde auf diese Lücke aufmerksam und wandte sich an die Krebsgesell­schaft NRW als kompetenten Part­ner für den Aufbau der Anlaufstelle.

 

Lotsenfunktion wahrnehmen

Mehr als 11000 Menschen in der Region erkranken jedes Jahr neu an Krebs, in Düsseldorf sind es etwa 3750. „Mit der Erkrankung gehen oft belastende Therapie, Ängste und Unsicherheiten einher", sagte Hans Georg Bender, Vorsitzender der Krebsgesellschaft NRW gestern. „Zwar sind die Heilungschancen besser geworden, Krebs ist kein To­desurteil mehr, aber mit dem Über­leben gehen schwerwiegende Ver­änderungen einher." Wegen der kürzeren Verweildauern in Klini­ken sei aber immer weniger Zeit für psychosoziale Betreuung. Umso mehr als Patienten das Angebot der Kliniken nur so lange wahrnehmen können, wie sie stationär dort sind.

Ab April beraten daher an vier Ta­gen der Woche zwei Psychoonkologinnen Krebskranke und deren An­gehörige, unterstützen sie und vermitteln ein an Mediziner, Selbsthilfe­gruppen, Einrichtungen oder Äm­ter. „Bei den Patienten tauchen vie­le Fragen auf, schildert Suzanne Oetker-von Franquet, Vorsitzende der Bürgerstiftung, Erfahrungen aus der psychoonkologischen Sprechstunde für Eltern krebskranker Kinder, die die Bürgerstiftung seit 2007 fördert. Die Beratungsstel­le soll also eine Art Lotsenfunktion übernehmen und neben der psy­choonkologischen und -sozialen Betreuung Fragen beantworten wie: Gibt es Spezialisten? Welche Therapie ist sinnvoll? Was zahlen die Kassen? Wo bekomme ich An­träge auf Kur?

„Die Effekte psychosozialer In­tervention sind durch Studien be­legt", betont Hans Georg Bender. „Die neuen Erkenntnisse durch die Beratung reduzieren Ängste und tragen dazu bei, dass Therapien besser vertragen werden und sich die Lebensqualität verbessert."

300 000 Euro investiert die Bür­gerstiftung in drei Jahren. „Das kos­tet uns große Anstrengungen", so Oetker-von Franquet. „Aber wir brauchen die Beratung dringend, um Menschen in einer existenziell bedrohlichen Lebenssituation Wege der Hilfe aufzuzeigen."

 

Beratung nach Termin (Telefon 157609980):

Montags und Mittwochs 9 - 13 Uhr

Dienstags 11 - 17 Uhr

Donners­tags 13.30 - 17 Uhr;

freie Sprechstunden:

Dienstags 13 - 17 Uhr, Mittwochs 9 - 13 Uhr

www.krebsberatungduesseldorf.de

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